Frugalismus: Durch disziplinierte Sparsamkeit schon mit 40 in Rente gehen

Sowohl für Frauen als auch Männer, die ab dem Jahr 1964 geboren wurden, liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei der Vollendung des 67. Lebensjahres. Die Anhebung vom 65. auf das 67. Lebensjahr für die Jahrgänge zwischen 1952 und 1964 erfolgt schrittweise. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2014 zeigen bereits auf, dass rund 16 Prozent aller deutschen Verstorbenen 65 Jahre alt oder jünger waren. Das bedeutet, dass viele Menschen ihren wohl verdienten Lebensabend überhaupt nicht mehr genießen können. Unter anderem aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr jüngere Leute für den Frugalismus.

Frugalismus Geldanlage
Für Frugalisten zählt jeder Cent, weshalb Einnahmen und Ausgaben akribisch überwacht werden.

Was versteckt sich hinter dem Begriff Frugalismus?

Durch die Verbreitung in den Medien wurde das Schlagwort Frugalismus zu einem bekannten Begriff in der Öffentlichkeit. Frugalisten sind Menschen, die einen Großteil ihres Einkommens sparen und die Überschüsse sinnvoll investieren. Ihre Effizienz bei den Ausgaben und die Kapitalerträge machen es Ihnen möglich, weitaus früher als mit 67 Jahren das Rentenalter selbständig einzuleiten. Teilweise schaffen sie es, bereits mit 40 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Die Hauptrolle spielt nicht der Verzicht, vielmehr wird durch finanzielle Freiheit die Lebensfreude gesteigert und außerdem bewusst konsumiert.

Frugalisten geht es um mehr als Geld. Das bestmögliche und zufriedenste Leben wird angestrebt. Durch den umsichtigen Umgang mit Geld und Ressourcen wird die Lebensqualität erhöht. Eines ihrer wichtigsten Gebote ist, keine Schulden zu haben. Wer in den Frugalismus einsteigen möchte, obwohl teure Überziehungskredite oder ähnliches die monatlichen Ausgaben belasten, kann diese über verschiedene Websites clever umschulden und so den ersten Schritt machen.

Woher stammt der Frugalismus?

Zwar ist das Bemühen nach einem genügsamen Leben nichts Neues, jedoch werden die Wurzeln des Frugalismus häufig mit dem Erscheinen des Buches „Your Money or Your Life“ von Vicki Robin und Joe Dominguez im Jahr 1992 verknüpft. Die Autoren sind eine Umweltaktivistin und ein ehemaliger Investmentbanker. Als Vicki Joe kennenlernte, war er bereits mit 31 Jahren in Rente gegangen. Er finanzierte seine Lebenshaltungskosten allein von Kapitalerträgen. Mit dem Buch wurde die Idee, dass Geld nicht nur dem Konsum dienen sollte, verbreitet. Die beiden Autoren sehen unser Zahlungsmittel als eine Art Lebensenergie an, mit der wir bei sinnvollem Einsatz unser Leben selbstbestimmt gestalten können.

Einfache Einsparungen im Alltagsleben

Diszipliniertes Sparen ist gar nicht so schwer. In vielen Bereichen des Alltags lassen sich die regelmäßigen Kosten verringern. Warum es nicht jeder macht? Viele Menschen sind schlicht und einfach zu bequem, sie nehmen ihre monatlichen Ausgaben fraglos hin. Allein durch Preisvergleiche, die mittlerweile schnell und unkompliziert online durchgeführt werden können, lässt sich das monatlich nötige Budget deutlich verringern. Sie lohnen sich in vielen Fällen, darunter bei

  1. Hausrat-, Haftpflicht- und Kfz-Versicherungen,
  2. der Stromrechnung oder
  3. den Heizkosten.

Einsparungen sind auch gut bei den Essensgewohnheiten zu machen. Ein Frugalist geht zwar auch ab und an auswärts essen, jedoch wird häufiger zuhause selbst gekocht. Ein angenehmer Nebeneffekt dabei ist, dass, wenn man seltener ein Restaurant besucht, es dann auch besonders genießen kann. Wer beim Einkaufen sein Augenmerk auf saisonale Produkte legt oder frische Produkte auf dem Markt und nicht im Fachgeschäft kauft, lebt deutlich günstiger.

Frugalismus-monatliche-Ausgaben

Bei jeder Art von Einkauf finden sich immer auch Schnäppchen. Dies können Großpackungen sein, die im Verhältnis zur kleineren Variante preiswerter sind. Oftmals werden auch zwei verschiedene Produkte zusammengefasst und für deutlich weniger Geld angeboten, als wenn man sie einzeln ersteht. Zudem kann man Eigenmarken eines Supermarktes kaufen, die bei gleicher Qualität nur die Hälfte kosten. Praktisch jedes Unternehmen bietet seinen Kunden auch Sonderaktionen. Es empfiehlt sich, auf die Werbung im Briefkasten oder im Internet zu achten. Dadurch ist man jederzeit informiert, wann es wo erschwingliche Angebote gibt.

Frugalismus Boerse
Wer den Frugalismus leben möchte, sollte sich unbedingt mit der Börse und den damit verbundenen Geldanlagemöglichkeiten beschäftigen.

Sehr gut sollte man sich auch überlegen, ob sich die Anschaffung eines eigenen Pkw lohnt. Wer sein Fahrzeug beispielsweise nur ab und an am Wochenende und für den Urlaub nutzt, fährt mit einem Leihwagen oft günstiger. Auch schneiden der Anschaffungspreis für ein Kfz, der Wertverlust, die Versicherungs-, Instandhaltungs- und Spritkosten meist gegenüber den Ausgaben für öffentliche Verkehrsmitteln schlecht ab.

Geschickte Investitionen

Ein wichtiger Punkt, damit die Einsparungen auch dazu führen, dass man sich mit 40 Jahren vom Arbeitsleben verabschieden kann, ist der Umgang mit dem monatlich nicht verbrauchten Geld. Lässt man dieses einfach auf der Bank, sorgt die Inflation dafür, dass es Jahr für Jahr weniger wird. Damit sich Geld vermehrt, sollte man es angelegen. Langfristiges Investieren zahlt sich durch den Zinseszinseffekt aus. Dazu ein kleines Beispiel:

Nehmen wir einen 25-Jährigen, der monatlich 3.000 Euro verdient. Investiert er monatlich 2.000 Euro, hat er bei einer Rendite von 10 Prozent im Alter von 40 Jahren 800.000 Euro zur Verfügung. Damit lässt sich das weitere Leben durchaus bestreiten. Allein bei nur 5 Prozent Rendite, was für ein langfristiges Investment wenig ist, kommt der Investor auf einen Betrag von 530.000 Euro. Dazu kommt, dass dieses Geld jährlich durchschnittlich eine weitere Rendite von fünf bis zehn Prozent abwirft. Damit stehen monatlich mehrere tausend Euro bereit, von denen man gut leben kann. Ganz ohne Arbeit kann sich der nun 40-Jährige mehr leisten als in den 15 Jahren zuvor.

Fazit

Tatsächlich besteht die Möglichkeit, sich deutlich früher ohne finanzielle Probleme zur Ruhe zu setzen, als es das gesetzliche Renteneintrittsalter vorgibt. Wichtig ist, dass man sich nicht planlos in das Abenteuer stürzt. Man muss sich gründlich Gedanken machen, wie man die bisherigen Ausgaben verringern kann. Teilweise ist Verzicht angesagt, wobei viele Menschen, die sich für den Frugalismus entschieden haben, von einer erhöhten Lebensqualität sprechen. Darüber hinaus muss man Wissen über gewinnbringende Investitionen wie Aktien erlangen. Nur so lässt sich das eingesparte Geld vermehren und steht bei Arbeitsende zur Verfügung.

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