Sicherlich ist gerade beim Einkauf im Internet schon einigen Menschen geschehen, dass sie eine Ware zu einem sehr günstigen Preis bestellt haben und wenig später dann vom Verkäufer einen Hinweis erhalten haben, dass die Bestellung nicht zu Stande kommen würde, weil es sich um einen Preisfehler handelt. Dann ist der Ärger natürlich groß und man stellt sich die Frage, ob dies überhaupt rechtens sein kann, denn wenn man als Kunde bei einem guten Angebot zuschlägt, dann möchte man dieses natürlich auch erhalten können. Die Lage ist allerdings etwas schwieriger, als sie auf den ersten Blick aussieht.

Einen richtigen Kaufvertrag ist man mit der Bestellung an sich noch nicht eingegangen, denn dieser kann erst dann entstehen, wenn der Kunde ein Angebot macht und der Verkäufer dieses Angebot auch annimmt. Es ist also rechtlich nicht so, dass durch das Angebot zum Verkauf schon ein Angebot vorhanden ist, das die Kunden nur noch annehmen müssen. Vielmehr ist es so, dass der Kunde anbietet eine Ware zu einem gewissen Preis zu kaufen und der Verkäufer dieses Angebot annehmen oder ablehnen kann. Generell muss der Verkäufer also bei einem Preisfehler die Ware auch nicht versenden.

Schwieriger wird die Sache dann, wenn automatische Bestätigungsmails versendet werden. Eine Mail, welche nur den Empfang der Bestellung ausweist reicht zwar zur Annahme eines Angebotes nicht aus, es lohnt sich aber manchmal die Formulierung genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist einer solchen Mail eindeutig zu entnehmen, dass die Bestellung angenommen wurde und die Ware versendet wird, dann kann man dies auch als bindende Zusage werten. Damit kommt man allerdings bei Weitem nicht bei allen Händlern durch, wenn ein Preisfehler unterlaufen ist, denn diese haben dann immer noch die Möglichkeit, den Kaufvertrag anzufechten.

Hat sich der Händler verschrieben oder sonst einen Fehler beim Eingeben der Preise gemacht, dann handelt es sich um einen Erklärungsirrtum, der zum Anfechten berechtigt. Allerdings muss der Widerruf von Seiten des Verkäufers unverzüglich und ohne schuldhaftes Zögern erfolgen, wobei im Einzelfall entschieden wird, was unter unverzüglich zu verstehen ist. Lässt sich der Verkäufer zu lange Zeit mit der Anfechtung kann man allerdings Glück haben und die Ware dennoch zum günstigen Preis erhalten. Auch wenn der Händler mit seiner Anfechtung Erfolg hat muss er dennoch einen Schadensersatz leisten. Es wird hierfür davon ausgegangen, dass der Kunde auf den Vertrag vertraut hat und durch den Fehler des Verkäufers nun ein Vertrauensschaden entstanden ist. Muss man das Produkt also nun doch zum teureren Preis kaufen, dann muss der Händler für die Differenz zum falschen Preis haften.

Einen Zusatz hierzu gibt es allerdings. Wenn man fahrlässig nicht erkannt hat, dass es sich um einen falschen Preis handeln muss, dann besteht auch kein Anspruch auf Schadensersatz. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Preis übertrieben niedrig ausgezeichnet war und eigentlich offensichtlich ist, dass es sich um einen Fehler handeln muss.

Ebay und andere Auktionsplattformen sind hier allerdings eine Ausnahme von der Regel, denn das generelle Angebot geht hier vom Verkäufer aus, der zusagt an den Höchstbietenden zu verkaufen. Entsprechend ist der Kaufvertrag nach Ende der Auktion automatisch abgeschlossen und kann auch aus keinem Grund mehr angefochten werden.

Die Hoffnung bei einem Preisfehler eine Lieferung zu erhalten liegt etwa bei 50 Prozent. Es gibt Bestellungen bei denen die Hoffnung besteht, es gibt aber auch solche, bei denen sofort und gnadenlos storniert wird. Insbesondere wenn die Differenz zum echten Preis recht klein ist stehen die Chancen des Käufers recht gut. Je höher der Unterschied zum richtigen Preis, desto wahrscheinlicher ist auch eine Stornierung des Angebotes. Umgehen kann man diesen Schwierigkeiten recht einfach, indem man versucht Preisfehlern so weit es geht aus dem Weg zu gehen. Dazu sollte man sich einige einfache Regeln merken, an denen man Preisfehler erkennen kann.

Am einfachsten ist es solche Fehler zu finden, indem man einen entsprechenden Vergleich der verschiedenen Anbieter durchführt. Die günstigsten Anbieter liegen hier in der Regel etwa 5 Prozent unter den normalen Angeboten. Im Rahmen von besonderen Aktionen können es aber auch einmal 10 oder gar 20 Prozent Nachlass sein. Alles was darüber hinaus geht ist eher unwahrscheinlich und sollte daher vermieden werden, denn die Produkte sind normalerweise an einen gewissen Preisrahmen gebunden, den man nicht so einfach unterbieten kann, wenn man noch Gewinn machen möchte. Schwieriger ist es die Lage zu beurteilen, wenn es um ältere Produkte geht, denn dann ist der Händler oftmals einfach gezwungen den Preis massiv zu senken, damit er seine Sachen loswerden kann. Hier bietet es sich an, sich den Preisverlauf genauer anzusehen, dann kann man meist erkennen, ob der Preis stetig weiter abgesenkt wurde oder nur einmalig und sehr massiv. Letzteres wäre ein Hinweis auf einen Preisfehler.

Am unwahrscheinlichsten ist es, dass man mit einem Preisfehler durchkommt, wenn dieser in einem Shop eines kleinen Händlers vorhanden ist, der es sich vermutlich gar nicht leisten kann den Fehler zu ignorieren, oder wenn sich der Fehler bei Amazon und Co befindet, wo sehr große Lagerbestände vorhanden sind. Hier lohnt es sich meistens auch nicht, auf sein Recht zu pochen, während man bei Angeboten mit wenig Preisunterschied und kleinen Lagerbeständen zumindest hoffen kann, dass der Fehler nicht bemerkt wird und man ein tolles Geschäft machen kann. Glück gehört natürlich zweifellos dazu, klappt es nicht, dann kann man durch die Stornierung einfach auf einen Kauf verzichten und hat daher kein besonderes Risiko eingehen müssen. Gezielt nach Fehlern zu suchen lohnt sich aber sicherlich alleine schon wegen des Aufwandes nicht.